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Wie funktioniert Contact Tracing auf deinem Handy?

Contact Tracing über das Smartphone ist momentan in aller Munde, aber was ist das überhaupt? Und muss ich meine Privatsphäre für das Gemeinwohl aufgeben? Wir versuchen dir hier ein paar Antworten zu geben.

1. Was ist Contact Tracing?

 

Im Kampf gegen den Coronavirus wurden verschiedene Massnahmen aus dem Pandemieplan des Bundes umgesetzt, um eine Überlastung der Spitäler zu verhindern. Eine dieser Massnahmen ist das Contact Tracing. Das heisst, dass durch Rückverfolgung versucht wird zu ermitteln, wer mit einer infizierten Person Kontakt hatte. Diese Personen werden anschliessend informiert und müssen sich in die Selbstisolation begeben. So wird versucht, eine grössere Ansteckungswelle früh zu verhindern.

Da der Coronavirus – SARS-CoV-2 – bereits vor Ausbruch der Krankheit weitergegeben werden kann, ist diese präventive Selbstisolation besonders wichtig. Allerdings ist sie natürlich nur bis zu einer gewissen Anzahl an positiv getesteten Fällen sinnvoll umzusetzen. Auf dem Höhepunkt einer Welle wie im Frühling 2020 ist es praktisch unmöglich, alle Infektionsketten nachzuvollziehen. Damit das künftig besser klappt, kommt dein Handy ins Spiel.

 

2. Wie funktioniert Contact Tracing?

 

Momentan wird in der Schweiz eine App getestet, die Contact Tracing in grösserem Massstab möglich macht. Die App «SwissCovid» wurde vom Bund in Zusammenarbeit mit der ETH und dem Softwareentwickler Ubique lanciert und ist bereits in der Testphase. Momentan sollen allerdings nur Personen mit einer offiziellen Einladung für die Pilotphase teilnehmen.

SwissCovid Bluetooth

Wer die App herunterlädt, muss nichts weiter tun, als der App die erforderlichen Berechtigungen zu geben und Bluetooth dauerhaft eingeschaltet zu lassen. Mithilfe von Bluetooth misst das Gerät den Abstand zu anderen Geräten und erkennt, wenn ein anderes Gerät deinem Smartphone genügend lange so nahe war, dass eine Ansteckung mit dem Coronavirus möglich ist.

Wenn jetzt eine Person nach dem Kontakt mit dir an COVID-19 erkrankt und positiv getestet wird, erhält sie einen Code. Diesen Code kann sie auf ihrem Handy in der App eingeben. Nun werden alle Handys, die mit ihrem Gerät Kontakt gehabt haben, benachrichtigt, dass die Möglichkeit einer Ansteckung besteht. Also bekommst auch du von deiner App eine Meldung, dass du dich in Selbstisolation begeben solltest.

SwissCovid Contact Tracing

3. Und was ist mit meiner Privatsphäre?

 

Eine solche App weckt natürlich Besorgnis um die Privatsphäre. Deshalb werden die Schlüssel bei SwissCovid zufällig generiert und lokal auf den Geräten gespeichert. Da die App über Bluetooth funktioniert, benötigt sie auch keine Standortdaten.

Jedes Handy generiert beim Download der App einen privaten Schlüssel. Dieser Schlüssel hat keinerlei persönliche Daten als Grundlage und ist beliebig austauschbar. Mit diesem Schlüssel werden wiederum verschiedene IDs generiert, welche per Bluetooth an andere Geräte gesendet werden. So weiss ein Smartphone, wenn es einem anderen Handy begegnet ist.

Falls eine Infektion bestätigt wird, sendet die App der/des Infizierten ihren Schlüssel an den Server. Alle anderen Apps laden regelmässig alle auf dem Server vorhandenen Schlüssel herunter und testen auf dem jeweiligen Gerät, ob eine oder mehrere der empfangenen IDs zu den Schlüsseln passen. So entdeckt deine App, ob es Übereinstimmungen gibt, ohne dass der Server das mitbekommt.

Um jegliche Bedenken bezüglich der Datensicherheit aus dem Weg zu räumen, hat der Bund ausserdem den Quellcode veröffentlicht und sammelt Hinweise auf mögliche Sicherheitslücken.

 

4. Nützt die SwissCovid-App überhaupt etwas?

 

Die App nützt natürlich nur etwas, wenn genügend Leute mitmachen. Da die App-Installation auf Freiwilligkeit basiert, ist es schwierig zu sagen, ob sich die Massnahme flächendeckend durchsetzt. Die Bereitschaft dazu scheint aber da zu sein: In einer Studie des BAG vom 25.05.2020 gaben 59 % der Befragten an, die App in den nächsten Wochen installieren zu wollen. Die Pilotphase der App läuft spätestens Ende Juni aus. Spätestens dann wird sich zeigen, wie die App tatsächlich bei den Schweizerinnen und Schweizern ankommt.

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