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Die Erfolgsgeschichte des iPhones – eine kleine Geschichtslektion

Wie jedes Jahr steigt die Spannung: Am 14. September hat Apple neue Ankündigungen für uns. Vielleicht ist auch ein neues iPhone darunter. Zu diesem Anlass werfen wir einen Blick zurück auf die Geschichte des iPhones.

1. Project Purple

In einer Zeit, in der Nokia noch unangefochtener Markt-Leader war, experimentierte der Computer-Hersteller Apple mit einem Multitouch-Screen. Wer bei Apple genau auf die Idee kam, daraus ein Telefon zu machen, ist umstritten. Jedenfalls wurde ab 2004 unter dem Decknamen «Purple» an einem benutzerfreundlichen Telefon ohne physischen Nummernblock gearbeitet.

Handys mit Touchscreen gab es bereits seit dem IBM Simon von 1994, allerdings war die Technologie damals noch zu unpraktisch für die breite Masse. Der Akku hielt kaum eine Stunde und das, obwohl der Akku alleine etwa so gross war wie ein heutiges iPhone.

Mit dem LG Prada kam 2006 erstmals ein Telefon mit einem kapazitiven Touchscreen auf den Markt. Bei dieser Technologie nutzt der Screen elektrische Impulse des Fingers, um zu erkennen, wo dieser gerade den Bildschirm berührt. Man musste also nicht mehr richtig drücken, ein Tippen genügte.

Apple stellte schliesslich nur ein Jahr später ein Smartphone mit Multi-Touchscreen vor. Das Display konnte mit mehreren Fingern gleichzeitig bedient werden. Dies machte zum Beispiel einfaches rein- und rauszoomen möglich, was die Benutzerfreundlichkeit erheblich erhöhte. Das iPhone war geboren.

Software und Hardware ergänzten sich beim iPhone optimal, wodurch sich das Konzept bei den Nutzern bald grosser Beliebtheit erfreute – trotz anfänglicher Internet-Staus, da die EDGE-Infrastruktur (Vorgänger von 3G) noch nicht auf grosse Datenmengen ausgelegt war.

iPhone 3GS und iPhone 12

2. Schweizer Release und Warteschlangen

Mit dem iPhone 3G startete 2008 auch in der Schweiz der Hype. Grosse Schlangen von Apple-Fans formten sich unter anderem auch vor den mobilezone Shops. Selbst aus dem Ausland waren Leute angereist, denn die Schweiz war eines der wenigen Länder, in denen das iPhone auch ohne Vertragsbindung erworben werden konnte.

Ein paar Monate zuvor hatte Steve Jobs den App Store angekündigt, der dem iPhone endgültig zum Durchbruch verhalf. Unzählige Apps erweiterten die Funktionen des iPhones nach Belieben und konnten ganz einfach jederzeit heruntergeladen werden.

Auf das iPhone 3G folgte ein Jahr später das iPhone 3GS, welches äusserlich keine grossen Veränderung mit sich brachte, aber mit mehr Leistung auftrumpfte. Es etablierte sich die Praxis, leistungsfähigere Modelle, die äusserlich nur leicht abgeändert waren, mit einem -S am Ende zu ergänzen. Das letzte dieser Modelle war das iPhone Xs.

Die Erfolgsgeschichte ging weiter: Mit dem iPhone 4 präsentierte Apple erstmals ein kantiges Design, welches auch die neuste iPhone-Generation inspirierte. Seit dem iPhone 4 spricht Apple ausserdem vom Retina-Display, da die einzelnen Pixel nicht mehr von blossem Auge erkennbar sind.

iPhone 4

Beim iPhone 6 führte Apple schliesslich eine Plus-Variante ein, die über ein grösseres Display und einen grösseren Akku verfügte. Das scheint sich ausgezahlt zu haben, denn bis heute werden (mit Ausnahme des iPhone X) immer mehrere iPhone-Modell-Varianten vorgestellt.

Mit dem iPhone X entfernte Apple 2017 schliesslich den physischen Home-Button und setzte auf der Vorderseite voll und ganz auf Touchscreen mit dünnen Rändern und einer Notch für die Frontkamera. Auf der Rückseite fanden sich ein erstes Mal mehrere Linsen: eine Weitwinkelkamera und ein Teleobjektiv.

Es folgten weitere Modelle, technische Verbesserungen und Designänderungen bis schliesslich mit der iPhone 12 Generation ganze vier Modelle vorgestellt wurden.

Der Erfolg gibt Apple recht, 2020 waren gemäss eigenen Angaben erstmals über eine Milliarde aktiver iPhones im Umlauf.

3. Eine Lieferkette zum Verlieben

1998 hatte Steve Jobs Tim Cook zu Apple geholt, 2011 schliesslich trat Cook die Nachfolge als CEO von Apple an.

Zu seinen Verdiensten bei Apple gehört vor allem die Optimierung und Vereinfachung der Lieferkette. Geräte wurden nach Bedarf produziert und gingen von den Produzenten in China direkt zu den Konsumenten, wodurch Apple die Hälfte seiner Lagerhäuser einsparte und bei Änderungen im Markt flexibel blieb.

Apple befand sich so lange Zeit auf dem ersten Platz der Gartner Liste der effizientesten Lieferketten weltweit. Warum sie heute nicht mehr auf der Liste sind? Gartner hat sie in eine separate Kategorie der «Supply Chain Masters» gesteckt, mit allen Unternehmen, die seit 7 Jahren die Liste dominiert hatten.

Apple Park

Unter Tim Cook wurde ausserdem die Privatsphäre der Nutzer zu einem wichtigen Thema. So weigerte sich Apple etwa, nach dem Anschlägen auf den Bostoner Marathon, dem FBI eine Hintertür zu gesperrten iPhones zu geben.

Mit dem neuen Betriebssystem iOS 15 werden auch dieses Jahr zahlreiche Privatsphäre-Features vorgestellt. So wird etwa deine Stimme bei Siri-Anfragen neu direkt auf dem iPhone verarbeitet und Apps können nicht mehr ohne deine Zustimmung auf deine Zwischenablage zugreifen.

4. Wo geht die Reise hin?

Es gab zahlreiche Gerüchte, ob die neuen iPhones noch dieses Jahr erscheinen oder nicht. Ob sie iPhone 12s, 13 oder 14 heissen würden oder ob Apple dieses Jahr gar kein neues iPhone vorstellt. Definitiv wissen werden wir es erst nach der Keynote. Aber wir sind gespannt und begleiten den Event live auf Twitter.

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