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Welche Unterschiede gibt es bei Handy-Ladekabeln?

USB-C, Micro-USB oder doch ein Lightning-Anschluss? Und wie viel Watt brauche ich jetzt genau? Bei so vielen Ladekabel-Typen verliert man leicht den Überblick. Wir zeigen dir hier, wie du ganz einfach das richtige Ladekabel für dein Handy findest.

Welchen Anschluss habe ich?

Zuerst musst du herausfinden, welchen Anschluss-Typ dein Handy hat. Folgende sind bei neuen Smartphones zu finden:

1.1 USB-C

Wenn du ein aktuelles Android-Handy besitzt, stehen die Chancen gut, dass du einen USB-C-Anschluss hast. Du erkennst diesen an den abgerundeten Seiten, an der Öffnung in der Mitte und daran, dass er punktsymmetrisch ist. Das heisst, dass der Stecker auch um 180 Grad gewendet eingesteckt werden kann. Ein Beispiel für einen USB-C-Stecker siehst du im folgenden Bild:

USB-C Anschluss

Diesen Stecker findest du ab 2024 vielleicht sogar an allen Smartphones, denn die Europäische Kommission hat im September 2021 einen Gesetzesentwurf vorgeschlagen, wonach alle Ladeanschlüsse bei Smartphones und Tablets auf USB-C vereinheitlicht werden sollen. Mit dieser Massnahme würde der jährlich anfallende Elektroschrott gemäss der Kommission um schätzungsweise 11’000 Tonnen verringert.

1.2 Micro-USB

Falls du noch ein Android-Gerät besitzt, welches vor 2017 erschienen ist, könnte es sich auch um einen Micro-USB-Anschluss handeln. Selten findest du ihn auch noch in aktuelleren Einsteiger-Smartphones, zum Beispiel im Nokia 4.2 oder dem Xiaomi Redmi 7A. Den Micro-USB-Anschluss erkennst du an seiner trapez ähnlichen Form, er ist unten breiter als oben, kann also nicht in beide Richtungen eingesteckt werden. Ein Beispiel für einen Micro-USB-Stecker siehst du im folgenden Bild:

Micro USB Anschluss

1.3 Lightning

Der Hersteller Apple setzt als Einziges bei vielen seiner Geräte auf diesen Standard, bei dem die Ladeflächen aussen angebracht sind. Wenn du also ein iPhone besitzt, welches nach 2012 erschienen ist, hast du einen Lightning-Anschluss. Dieser zeichnet sich ebenfalls dadurch aus, dass er beidseitig verwendet werden kann und keine Öffnung in der Mitte hat. Auf dem folgenden Bild siehst du einen Lightning-Stecker:

Lightning-Anschluss

1.4 Andere

Andere Standards wie Mini-USB oder den breiten 30-Pol-Stecker von Apple findest du seit geraumer Zeit nicht mehr. Dafür gibt es immer mehr Smartphones, die du kabellos laden kannst. Hier hat sich der Qi-Standard durchgesetzt, welcher unter anderem von Samsung, Apple, Sony und Nokia vorangetrieben wird. Deshalb funktionieren Qi-Ladegeräte mit Wireless-Charging-fähigen Geräten der meisten grossen Hersteller. Wenn jedoch kein offiziell kompatibles Ladepad verwendet wird, kann sich die Ladezeit oder die magnetische Haftung drastisch verschlechtern.

2. Wie viel Leistung brauche ich?

Grundsätzlich ist es anzuraten, ein Original-Ladekabel des Handy-Herstellers zu verwenden, da gewisse Protokolle von Netzteil, Kabel und Handy optimal aufeinander abgestimmt sind. Über diese Protokolle kommuniziert das Ladegerät mit dem Telefon. Aufgrund dessen lädt ein Ladekabel des Original-Herstellers meist schneller als andere Kabel: iPhones laden beispielsweise am besten mit USB-Power-Delivery-Kabeln, Samsung-Geräte funktionieren mit Super Fast Charging, Quick Charge oder bei neuen Geräten ebenfalls mit USB-Power-Delivery am besten. OPPO-Handys laden optimal mit VOOC Flash Charge.

Verschiedene Ladekabel

Es gibt natürlich verschiedene Optionen, nicht nur bezüglich Hersteller, sondern auch, was die Leistung anbelangt. Die Palette reicht von den günstigsten Kabeln mit 5 Watt Leistung, bis zu den Schnellladekabeln, die je nach Handy-Modell mit bis zu 120 Watt laden können.

Bei der Wahl der richtigen Leistung kommt es ganz auf dein Handy an: Wie schnell lässt sich der Akku aufladen? Für schnellladefähige Geräte macht ein Schnellladegerät durchaus Sinn, generell ist langsames Laden aber akkuschonender. Du musst dir trotzdem nicht allzu grosse Sorgen machen, den Akku zu schädigen. Schnellladefähige Smartphones sind genug intelligent, dass sie nur zu beginn mit voller Leistung laden und für die letzten Prozente, oder wenn das Gerät zu warm wird, die Stromzufuhr drosseln. Smartphones, die nicht schnellladefähig sind, werden weiterhin nur mit der maximal möglichen Anzahl Watt aufgeladen. Ausserdem machen sich vermutlich auch hier schädliche Effekte der zusätzlichen Wärmeentwicklung während der kurzen Smartphone-Lebensdauer kaum bemerkbar.

Du siehst, es steckt viel hinter so einem Ladegerät, die Hersteller und die Politiker arbeiten aber stetig daran, dass du dir nicht mehr allzu viele Gedanken machen musst. 

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