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Retro-Handys: Die Wiederbelebung der Klassiker

29.06.2018

Kaum zu glauben, dass die Zeiten von Kult-Modellen wie dem Nokia 3310 oder 3330 bald zwanzig Jahre her sind. Schaffen Retro-Handys ein Comeback? Und was spricht für und gegen die wiederbelebten Klassiker im Jahr 2018?

Das neuste «Retro-Handy» auf dem Markt: das Nokia 8110

Von Biljana Jovic

Zwölf Jahre alt war ich in etwa, als ich mein erstes Nokia 3310 in der Hand hielt. Damals sass ich oft im Schneidersitz auf meinem schmalen Bett und war damit beschäftigt, die Möglichkeiten dieses Wunderdings zu erkunden. Mit flinken Fingern tippte ich aufgeregt von links und rechts kommend auf die Knöpfe des dunkelblauen Dings ein. Das SMS kostete damals – ich meine zu glauben 20 wertvolle Rappen - und die Länge einer Nachricht beschränkte sich auf 160 Zeichen. Oder ich spielte gedankenversunken das Kultspiel Snake. Mein Nokia war dann irgendwann voller Kratzer, weil es mir gefühlte Tausend Mal auf den Boden gefallen ist. Aber weil es robust war, hielt es meiner Unachtsamkeit stand. Auch der Akku hielt während mehrerer Tage. Wie ist das nur möglich? In den Sommerferien war ich dann während fünf Wochen für meine Freunde nicht erreichbar wegen den teuren Roaming-Gebühren. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich diese mobile Unerreichbarkeit weiter gestört hätte.

Dass Menschen irgendwann im öffentlichen Verkehr hauptsächlich mit dem Finger auf einem Display herumwischen statt miteinander zu reden, etwas zu lesen oder zumindest gedankenversunken aus dem Fenster zu schauen, konnte ich mir in meinen wildesten Träumen nicht ausmalen. Dass Leute plötzlich mobile Telefone mit eingebauter Kamera benutzen würden. Und Fotos von sich selbst machen mit ausgestrecktem Arm, einfach so grundlos, das konnte ich damals noch nicht wissen. Überhaupt konnte ich nicht ahnen, welchen Einfluss das Smartphone - smart weil intelligent - auf unser Leben haben würde.

Ständig erreichbar auf dem Smartphone

Heute, fast 20 Jahre später, kann ich mein Smartphone als Telefon, mobiles Büro, Portemonnaie, Shopping-Tempel, digitaler Zeitungskiosk und mittels der vielen App-Spielereien als Spasszentrale nutzen. Schätze ich es ob der vielen Möglichkeiten deshalb mehr? Mal schon, mal nicht. Denn zwischenzeitlich stört mich die ständige Erreichbarkeit auf zig Kanälen, wie E-Mail, WhatsApp (Einzel- und Gruppenchats) sowie auf verschiedenen Social Media-Kanälen, wo man nicht selten mit gesenkten Kopf seine Zeit verplempert. Anstatt den Blick raus auf seine Umwelt und die Welt zu richten.

Da wundert es nicht, dass Retro-Handys mit weniger Funktionen ein Comeback einläuten. Downsizing, Downshiftig und Detox sind Begriffe, die 2018 in der Medienlandschaft umherschwirren. Entrümpeln, entwirren und vereinfachen sind denn auch legitime Bedürfnisse unserer schnelllebigen Zeit. Immer mehr Menschen wollen von der digitalen Schnellspur weg und hin zu weniger Optionen und einfachen Lösungen. Es scheint auch, als wären die Smartphones in der Zwischenzeit so hochtechnisiert und die ganz grossen digitalen, innovativen Sprünge aktuell nicht mehr so möglich, wie es vor zehn Jahren der Fall war. Ob die Retro-Handys wieder einen festen Platz gewinnen werden, wird die Zeit zeigen.

Für wen sind die Retro-Handys?

Handys mit simplen Funktionen sind etwas für verschiedene Typen von Menschen. Zum einen bereiten sie Nostalgikern – also Zeitgenossen, die gerne in Erinnerungen schwelgen – ihre helle Freude. Auf Online-Auktionsplattformen wie Ebay werden alte, ungebrauchte Nokias und andere Sammlermodelle zu einem Vielfachen ihres damaligen Verkaufswertes versteigert. Sie verkörpern Zeiten des technischen Aufbruchs verbunden mit Simplizität und kinderleichter Handhabung.

Aber kommen wir zurück zu den handfesten Vorteilen. Die Retro-Handys sind in der Regel leicht, liegen gut in der Hand und überleben Schläge fast unbeschadet im Gegensatz zu Smartphones, wo das Glas des Displays in Sekundenschnelle zu Bruch gehen kann. Die simple Handhabung mit einer überschaubaren Anzahl an nützlichen Funktionen spricht für sich. Denn manchmal braucht es nicht viel mehr als die Möglichkeit zu telefonieren, SMS zu schreiben und zwischendurch die Zeit nachzugucken.

Neben Menschen, die also bewusst auf technischen Schnickschnack verzichten, um sich aufs Wesentliche zu fokussieren, eignen sich Handys auch für ältere Menschen oder Kinder. Für ältere Menschen, weil manchen die digitale Entwicklung zu schnell geht. Für Kinder, weil der Zugang zu Internet oder Apps bereits schon durch die technischen Möglichkeiten beschränkt wird und so ein Extra an Sicherheit und Überschaubarkeit für die Eltern bietet.

Und für wen sind Handys der alten Schule womöglich nichts? In diese Kategorie fallen eine Menge Geschäftsleute, die viel unterwegs und ständig erreichbar sein sollen. Denn manchmal wird der grösste Nachteil der Smartphones – also die ständige Erreichbarkeit und Dutzende Apps – zum Vorteil, wenn man ungenutzte Zeit in einem Meeting oder einer Zugreise mit dem Beantworten von E-Mails oder anderen Tätigkeiten füllen kann. Und am Ende des Tages mehr Zeit für sich hat.

Das Nokia 8110 4G kommt

Wie gut, dass es nun ein Handy gibt, das Altbewährtes mit Neuem verbindet. Die heiss erwartete Neuauflage des Nokia 8110 kommt mit seiner Schiebefunktion für die Annahme und das Beenden von Telefonaten irgendwie cool daher. Das ursprünglich im Jahre 1996 gelaunchte Handy machte sich schon damals einen Namen und sorgte mit seiner geschwungenen bananenförmigen Silhouette für Aufsehen. Jetzt gibt es das Handy in minimalistischem Schwarz oder bananigem Gelb zu kaufen. Neben einem grösseren Display, 4G Internetzugang, 2 Megapixel-Kamera mit integriertem Blitz und Dual-Sim ist das Nokia 8110 4G ready für das Jahr 2018. Selbst Facebook und E-Mails kann man damit nutzen.

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